Die Welt
02 Oktober 2007
Schreiadler Sigmar stundenlang operiert
Der auf Malta angeschossene Greifvogel Sigmar ist in Berlin erfolgreich behandelt worden. Unter Vollnarkose fixierten Ärzte
den zersplitterten Knochen des Schienbeins mit Nägeln Der drei Monate alte Jungvogel aus Brandenburg muss aber dennoch weiter
mit mehreren Schrotkugeln im Leib leben.
siehe Fotostrecke Sigmar
Der auf Malta angeschossene Schreiadler Sigmar ist in Berlin erfolgreich operiert worden. Der drei Monate alte Jungvogel aus
Brandenburg muss aber noch mit mehreren Schrotkugeln im Leib leben. Die Ärzte hätten in einer zweistündigen Operation unter
Vollnarkose den zersplitterten Knochen des Schienbeines mit Nägeln fixieren können, teilte die Freie Universität (FU) mit.
Kurz nach dem Eingriff am Montag habe "Sigmar" schon wieder etwas zu fressen bekommen. Der Greifvogel war Anfang
des Jahres in der brandenburgischen Uckermark von Menschenhand aufgezogen worden. Bei seinem ersten großen Flug wurde der
junge Adler auf der Mittelmeerinsel Malta vermutlich von Jägern angeschossen. Naturschützer hatten das verletzte Tier gefunden
und dafür gesorgt, dass es per Flugzeug nach Deutschland gebracht wurde.
Die Tierärzte von der FU-Klinik für kleine Haustiere hätten darauf verzichtet, die übrigen Schrotkugeln aus dem Körper
zu entfernen. "Das hätte die Narkosezeit unnötig verlängert", wird der geschäftsführende Direktor der Klinik, Professor
Leo Brunnberg, zitiert. Es sei auch noch nicht klar, ob die Kugeln überhaupt entfernt werden müssten.
Die Ärzte Kerstin Müller und Helge Linzmann hätten dem seltenen Greifvogel auch noch eine Schiene angelegt. "Bis
das Schienbein verheilt ist, wird es vier bis fünf Wochen dauern", heißt es in der Mitteilung. Der Bruch des Mittelfußknochens
dürfte schneller verheilen.
|