CABS MALTA

PRESS: BAMS 29.09.2007

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Bild am Sonntag
30 September 2007

Deutscher Adler über Malta abgeschossen
Jetzt kommt er in die Reha

Von MICHAELA DOBBECK

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Der Schreiadler ist eine der kleinsten Adlerarten. Er wird nur bis zu 66 Zentimeter groß, wiegt höchstens 2,1 Kilo. Trotzdem beträgt seine Spannweite bis zu 1,60 Meter. Der Schreiadler ist streng geschützt. In Deutschland gibt es nur noch rund 180 Tiere.
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Sigmar wird von Ärztin Kerstin Müller (36, rechts) und Tierpflegerin Linda Wesenick (21) in der Berliner Tierklinik untersucht


Berlin - Sigmar ist derzeit Berlins ungewöhnlichster Patient. Kamerateams stehen an seinem Krankenbett, Fotografen machen Bilder. Ein Prominenter? Nein. Sigmar ist ein drei Monate alter Schreiadler.

In seinem kleinen Körper stecken sechs Schrotkugeln, außerdem ist das Schienbein des Zugvogels zweimal gebrochen. Die Folgen eines gemeinen Überfalls.

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Das Röntgenbild von Sigmar nach dem Abschuss. Die weißen Punkte sind die Schrotkugeln, die tief im Körper des Adlers stecken

Sigmar war auf dem Weg nach Afrika, zu seinem Winterquartier. Auf Malta wollte der junge Adler eine kurze Rast einlegen, Kraft für die letzten 300 Kilometer über das Mittelmeer tanken. Dann der Zwischenfall: Wilderer schießen auf den deutschen Adler, sechs Kugeln treffen ihn. Sigmar stürzt ab, prallt auf den felsigen Boden und bricht sich das Bein.

Glück im Unglück: Polizisten fanden den schwer verletzten Vogel, brachten ihn zum Tierschutzverein International Animal Rescue. Hier konnte man Sigmar, dessen Herkunft anhand seines Ringes festgestellt wurde, nur notdürftig versorgen. Der gefiederte Patient musste dringend zurück nach Deutschland. Und wurde Donnerstag mit einem Ferienflieger in die Heimat gebracht.

Warum dieser Aufwand für einen Adler?

Sigmar ist ein ganz seltener Vogel, gehört zu den Letzten seiner Art. Lediglich 90 Schreiadler-Paare gibt es noch in Deutschland. Eine Million Euro Steuergelder wurden in den letzten drei Jahren für ihren Schutz ausgegeben. Erst diesen Sommer war Sigmar geschlüpft. Brandenburgische Tierpfleger zogen ihn auf, bis er im Juli flügge wurde.

Vogelschützer Axel Hirschfeld (34) vom Komitee gegen den Vogelmord, das dem Adler den Namen gab: "Seine Verletzungen sind sehr schwer, eigentlich ist es ein Wunder, dass Sigmar so lange durchgehalten hat, aber er ist zäh."

Nach seiner Ankunft in Deutschland kam der Vogel in die Kleintierklinik der FU Berlin, wurde dort von Schreiadler-Expertin Dr. Kerstin Müller (36) geröntgt und mit Medikamenten versorgt.

Morgen sollen dem Pechvogel die vier Millimeter großen Schrotkugeln entfernt werden, nach der Operation kommt er in die Reha. Die Ärztin: "Sigmar geht es gut. Er frisst auch wieder." Die Kugel in seiner linken Schulter kann allerdings gefährlich werden. Ob der Adler jemals wieder fliegen kann, ist ungewiss.

 
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