Berliner Kurier
29 September 2007
Adler Sigmar - Tier-Ärzte flicken ihn zusammen
Auf Malta von sechs Schrotkugeln verletzt. Ob er je wieder fliegen kann?
Schreiadler Sigmar (3 Monate) heißt wie der Bundesumweltminister.
Berlin - Der Flug in den Süden wurde für ihn fast zum Flug in den Tod. Der über Malta abgeschossene Brandenburger Schreiadler
Sigmar ist zurück, wird in der FU-Tierklinik Düppel behandelt. Doch noch steht nicht fest, ob er jemals wieder fliegen kann.
Mit einer Ladung Schrot hatten miese Wilderer den sehr seltenen Adler auf seinem Weg nach Afrika vom Himmel geholt. Tierfreunde
vom "Komitee gegen den Vogelmord" organisierten Sigmars Rücktransport (KURIER berichtete). Wie schwer er verletzt
ist, zeigte gestern Morgen die Untersuchung von Oberärztin Dr. Kerstin Müller (36): Sechs Schrotkugeln wurden beim Röntgen
in dem kleinen Körper entdeckt. Müller: "Vielleicht sind es aber noch mehr." Schlimm: Eine Kugel hat möglicherweise
Sigmars Schultergelenk getroffen. Das könnte ihn flügellahm werden lassen.
Sein linkes Bein ist zwei Mal gebrochen, muss mit Metall fixiert werden. Darum wird Sigmar am Montag operiert. Bis zu
zwei Stunden kann der Eingriff dauern. Aber warum kommt er nicht eher unters Messer? Müller: "Er hat viel Blut verloren,
muss sich erst erholen."
Bis dahin sollen Schmerzmittel Sigmars Leiden lindern, Antiotika Entzündungen bekämpfen. Nach der OP muss er bis zu acht
Wochen in der Klinik bleiben.
Um ihn zu beruhigen sitzt Sigmar in einem abgedunkelten Käfig. Müller: "Wir setzen alles daran, um ihn durchzubringen."
Doch Sigmar lässt sich nicht unterkriegen. Er hat schon versucht, seine Tierärztin zu beißen. .SK
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